Ausbildung -
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Was bedeutet „duale Ausbildung“?

Du hast noch nie etwas von einer dualen Berufsausbildung gehört? Das kann sein, denn häufig spricht man einfach nur von Ausbildung. „Dual“ bedeutet, dass du in der Zeit deiner Ausbildung an zwei Lernorten lernst: in deinem Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. So kannst du die Theorie aus der Schule direkt bei der Arbeit im Unternehmen umsetzen. Mit der Praxiserfahrung aus der Ausbildung bist du bei Unternehmen sehr gefragt. Nach der Ausbildung hast du so beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt – und kannst als frisch gebackene Fachkraft gleich voll im Berufsleben durchstarten. Kein Wunder, dass uns andere Länder um unser System der dualen oder auch betrieblich genannten Ausbildung beneiden. Wie genau dieses System funktioniert, erklären wir dir hier.

  • Ausbildungsberufe

    Die Vielfalt ist riesig: Es gibt allein mehr als 300 Ausbildungsberufe in Deutschland, die du dual erlernen kannst. Da ist bestimmt auch einer dabei, der dir Spaß machen könnte. Schaue dich doch einfach mal in der Rubrik „Berufe von A bis Z“ um und lies die entsprechenden Erfahrungsberichte unserer Azubi-Blogger, um dir ein genaueres Bild von verschiedenen Ausbildungsberufen zu verschaffen.

  • Voraussetzungen

    Rechtlich gesehen gibt es keine bestimmten Voraussetzungen für das Erlernen eines dualen Ausbildungsberufs – jeder Schulabschluss ist willkommen. In der Praxis legen Ausbildungsbetriebe oft selbst bestimmte Anforderungen fest, die eine Bewerberin oder ein Bewerber erfüllen muss. Das kann zum Beispiel der Schulabschluss sein, aber auch der Notendurchschnitt oder die Noten in bestimmten Fächern. Ebenfalls Wert legen Unternehmen auf bestimmte „Soft Skills“, wie Teamfähigkeit, Sorgfalt oder Verantwortungsbewusstsein, die teilweise vielleicht sogar wichtiger sind als Zahlen auf einem Blatt Papier. Wenn du dir unsicher bist, sprich dein Wunschunternehmen einfach direkt an!

  • Ausbildungsvertrag

    Vor Beginn deiner Ausbildung schließt du mit deinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag ab. Dieser regelt alle Dinge, die deine Ausbildung betreffen: die Dauer, die Länge deiner Probezeit, deine Arbeitszeit, deine Vergütung und deine Urlaubstage. Wenn du noch keine 18 Jahre alt bist, muss dein gesetzlicher Vertreter den Ausbildungsvertrag mit unterschreiben (in der Regel deine Eltern).

  • Dauer

    Die Dauer deiner Ausbildung hängt von deinem Ausbildungsberuf und deinem Schulabschluss ab und ob du vielleicht schon Berufserfahrung gesammelt hast. In der Regel beträgt sie zwischen zwei und dreieinhalb Jahren. Auszubildende mit Fachhochschulreife oder Hochschulreife (Abitur) können die Ausbildung um bis zu ein Jahr verkürzen. Allerdings kannst du deine Abschlussprüfung auch früher absolvieren, wenn du während deiner Ausbildung gute Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule erbringst.

  • Vergütung

    Eine Ausbildung ist genau das Richtige für alle, die so früh wie möglich Geld verdienen wollen, denn jeder Auszubildende erhält ab dem ersten Tag der Ausbildung eine sogenannte Ausbildungsvergütung. Ihre Höhe hängt davon ab, für welchen Ausbildungsberuf du dich entscheidest und in welchem Unternehmen du deine Ausbildung absolvierst: Von mindestens 200 Euro bis hin zu mehr als 1.000 Euro im Monat ist alles möglich. Auf alle Fälle wird dein Gehalt in jedem Ausbildungsjahr steigen.

  • Berufsschule

    Während deiner Ausbildung lernst du an zwei verschiedenen Lernorten: deinem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule. Welche Berufsschule du besuchst, hängt vom Standort deines Ausbildungsunternehmens ab. Der Unterricht kann entweder regelmäßig ein- bis zweimal pro Woche oder in Blockform stattfinden. Beim Unterricht in Blockform bist du für mehrere Wochen am Stück in der Schule und legst in dieser Zeit auch Prüfungen ab. In der Berufsschule werden dir sowohl fachliche, für deinen Ausbildungsberuf wichtige Themen als auch allgemeinbildende Inhalte in Deutsch, Sport oder Wirtschaft- und Sozialkunde vermittelt. Etwa zwei Drittel des Unterrichts sind dabei aber für die Fachbildung reserviert. Für jeden Ausbildungsberuf gibt es einen Rahmenlehrplan, der die verschiedenen Lernfelder vorgibt. Die Berufsschule setzt das dann in deinen Stundenplan um.

  • Betrieb

    Der praktische Teil deiner Ausbildung überwiegt: Rund zwei Drittel deiner Ausbildungszeit verbringst du in deinem Ausbildungsbetrieb. Je nach Größe deines Betriebes durchläufst du verschiedene Abteilungen. Dadurch erhältst du einen umfassenden Einblick in deinen Ausbildungsbetrieb und kannst bei ganz unterschiedlichen Tätigkeiten und Aufgaben mitarbeiten. Auch der betriebliche Teil jeder Ausbildung ist geregelt, und zwar durch die Ausbildungsordnung. Sie legt fest, wie deine Ausbildung im Betrieb inhaltlich und zeitlich gegliedert ist.

  • Auslands­aufenthalte

    Wusstest du, dass du einen Teil deiner Ausbildung (max. ¼ der Ausbildungsdauer) auch im Ausland absolvieren kannst (Berufsbildungsgesetz BBiG)? So ein Auslandsaufenthalt wirkt sich positiv auf deine persönliche Entwicklung und deine Berufschancen aus. Das Ganze muss aber mit deinem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule abgestimmt werden. Wenn dein Betrieb kein eigenes Auslandspraktikum anbietet, gibt es zahlreiche Institutionen, die dich dabei unterstützen, z.B. die Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (IBS), die Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung (NA beim BIBB) oder das Programm „Berufsbildung ohne Grenzen

  • Prüfungen

    In der dualen Ausbildung erwarten dich, neben den Klassenarbeiten der Berufsschule, in der Regel zwei Prüfungen, die es zu bestehen gilt: die Zwischenprüfung und die Abschlussprüfung. In einigen Berufen teilt sich die Abschlussprüfung auch in Teil 1 und Teil 2. Die Zwischenprüfung, bzw. Abschlussprüfung Teil 1, wird ungefähr in der Mitte der Ausbildung abgelegt. Die Abschlussprüfung Teil 1 zählt, anders als die Zwischenprüfung, auch in deine Abschlussnote mit ein. Bei der Abschlussprüfung, bzw. der Abschlussprüfung Teil 1 und 2, zeigst du in verschiedenen Prüfungen, was du in deiner Ausbildung gelernt hast – schriftlich, mündlich und/oder praktisch.

  • Nach der Ausbildung

    Mit dem Bestehen der Abschlussprüfung ist das Ziel der Ausbildung erreicht und deine Ausbildung beendet. Wie es weitergeht und ob du übernommen wirst, das sollte ungefähr ein halbes Jahr vor Beendigung der Ausbildung besprochen werden. Kommt der Ausbildungsbetrieb nicht automatisch auf dich zu, solltest du aktiv das Gespräch suchen. Und deine Chancen stehen nicht schlecht, denn viele Betriebe bilden für ihren eigenen Bedarf aus und übernehmen nahezu alle Azubis.

  • Weiterbildung oder Studium? Mit Ausbildung geht beides!

    Du hast vom Lernen noch nicht genug? Dann mach doch weiter, denn mit deiner Ausbildung hast du den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere gelegt. Du kannst dich für eine betriebliche Qualifizierung, z.B. zum Fachwirt oder Meister, entscheiden. Diese Abschlüsse sind dem Uni-Abschluss als Bachelor gleichwertig. Danach geht’s weiter mit geprüften Abschlüssen auf Masterniveau. Unter bestimmten Umständen ist aber auch der Besuch einer Hochschule möglich – auch ohne Abitur.