Du hast schon ganz viel von gesetzlichen Bestimmungen, Rahmenlehrplan und Ausbildungsordnung etc. gehört. Damit die duale Ausbildung funktioniert, sind aber noch viele weitere Dinge zu berücksichtigen. Hierbei spielen die Industrie- und Handelskammern eine wichtige Rolle.

  • Die IHKs sind sozusagen dafür zuständig, die Ausbildung zu organisieren – und zwar in allen Bereichen, die Industrie, Handel und Dienstleistung betrifft. Für Berufe im Handwerk ist die Handwerkskammer zuständig, für Berufe in der Landwirtschaft die Landwirtschaftskammer usw. Am Ende gibt es für jeden Ausbildungsberuf eine sogenannte „zuständige Stelle“.

    Ausbildungseignung

    Zunächst überprüfen die IHKs, ob das Unternehmen alle Voraussetzungen erfüllt, um überhaupt in bestimmten Berufen ausbilden zu können. Denn nicht jedes Unternehmen darf einfach ausbilden. Dafür muss zum Beispiel ein qualifizierter Ausbilder vor Ort sein. Manchmal braucht das Unternehmen bestimmte Maschinen, um dir Tätigkeiten in deinem Beruf beibringen zu können usw. Wenn das alles geklärt ist, steht einer Ausbildung nichts mehr im Wege.

    Ausbildungsvertrag

    Wenn du dich dann bei einem Ausbildungsbetrieb beworben hast und als Azubi eingestellt werden sollst, unterzeichnest du einen Ausbildungsvertrag mit deinem Unternehmen. (Wenn du noch nicht 18 bist, unterschreiben auch deine Eltern.)  In dem Vertrag stehen dein Ausbildungsberuf, die zeitliche und inhaltliche Gliederung der Ausbildung, deine Urlaubstage, die Dauer deiner Probezeit, die Dauer deiner täglichen Arbeitszeit, deine Ausbildungsvergütung und die Bedingungen für eine Kündigung. Deine IHK überprüft dann, ob der Vertrag den gesetzlichen Regelungen entspricht und dass alles seine Richtigkeit hat. Ist alles okay, wird der Vertrag offiziell eingetragen und abgestempelt an dein Unternehmen zurückgeschickt. So weißt du, dass alles okay ist.

    Schlichtungen

    Im weiteren Verlauf deiner Ausbildung ist die IHK dein Ansprechpartner für alles rund um die Ausbildung. Wenn du zum Beispiel Probleme mit deinem Ausbildungsbetrieb hast oder dir Fragen zu Prüfungen, Weiterbildungen oder deiner Ausbildungsordnung unter den Nägeln brennen, kannst du dich an deine IHK wenden. Manchmal streiten sich Azubis und Ausbildungsbetrieb auch so, dass es zu einer Schlichtungsverhandlung kommt – auch diese wird von der IHK organisiert.

    Prüfungen

    Dass eine duale Ausbildung deutschlandweit vergleichbar ist, haben wir dir hier schon beschrieben. Das heißt natürlich auch, dass die Prüfungen vergleichbar sein müssen. Am Ende einer Ausbildung steht die Abschlussprüfung, zusätzlich gibt es zwischendurch noch Zwischenprüfungen. In den meisten Fällen finden in einem Beruf die gleichen Prüfungen zum gleichen Zeitpunkt statt. Die Organisation der Prüfungen liegt bei deiner IHK. Sie sorgt dafür, dass alles mit rechten Dingen zugeht und z.B. auch, dass deine schriftliche Prüfung in einer gewissen Zeit kontrolliert und bewertet werden. Neben einer schriftlichen Abschlussprüfung gibt es meistens auch eine mündliche und eine praktische Prüfung, die ebenfalls von der IHK organisiert werden. Bewertet werden die Prüfungen allerdings von einem Prüfungsausschuss, der aus ehrenamtlichen Mitgliedern (und nicht aus IHK-Mitarbeitern) besteht.

    Wenn du am Ende alle Prüfungsteile bestanden hast, gibt es das offizielle IHK-Prüfungszeugnis und mit deiner Karriere kann es weitergehen!