Es ist ja meistens so: Wer Rechte hat, hat auch Pflichten. Diese sind dann auch mit Konsequenzen verbunden. Klingt schlimm, ist es aber eigentlich nicht.

  • Wie du hier erfahren hast, haben auch die Betriebe Erwartungen an dich. Immerhin investieren sie für deine ordnungsgemäße Ausbildung eine Menge Zeit und Geld. Damit ist auch klar, dass ein Unternehmen keine Lust auf Azubis hat, die ständig zu spät kommen, Aufgaben verweigern oder die Berufsschule schwänzen. Mit einem solchen Verhalten riskiert man seinen Ausbildungsplatz. Soweit sollte es nicht kommen und es ist das gute Recht der Ausbilder - sogar ihre Pflicht - zu handeln.


    Gespräch - Abmahnung - Kündigung

    Wahrscheinlich wird sich der Ausbildungsbetrieb das Verhalten eine Weile anschauen. Sind es vielleicht Eingewöhnungsschwierigkeiten? Er wird sicher das Gespräch suchen, um mögliche Ursachen für das Fehlverhalten zu erfahren und zunächst mündliche Hinweise und Ermahnungen geben. Denn miteinander sprechen – auch wenn’s schwer fällt – ist immer noch das Beste. Stellt sich dann immer noch keine Besserung ein, folgt irgendwann eine schriftliche Abmahnung. Damit ist dann schon nicht mehr zu spaßen, denn diese wird in der Personalakte festgehalten und kann unter Umständen eine mögliche Übernahme im Betrieb verhindern. Allerdings haben Azubis auch das Recht darauf, die Sachlage aus ihrer Sicht darzustellen. Auch diese wird in die Akte übernommen.

    Als letztes Mittel hat der Ausbildungsbetrieb noch die Möglichkeit, die Kündigung auszusprechen. Für Ausbilder gelten hier strenge Regeln. Es gilt also spätestens nach einer Abmahnung, sich zusammenzureißen.

    Auch die Unternehmen können sich von der IHK unterstützen lassen. Denn manchmal lassen sich Konflikte einfacher lösen, wenn eine dritte Person sich die Situation von außen anschaut. Die Ausbildungsberater der IHK Pfalz sind gerne bereit, in solchen Krisensituationen zu helfen.

    Ist die Situation so verfahren, dass das Problem nicht mehr aus eigener Kraft gelöst werden kann, kann der Schlichtungsausschuss der IHK Pfalz angerufen werden.