Dein „wichtigstes“ Recht ist es, richtig und umfassend ausgebildet zu werden. Trotzdem gibt es Situationen, die dir sicher nicht gefallen werden. Und wieder andere, bei denen solltest du handeln. 

  • Das Ziel der Ausbildung erreichen

    Während der Ausbildung sollst du deinen Ausbildungsberuf erlernen und dir die dafür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten erwerben. Das ist dein wichtigstes Recht in der Ausbildung.  Darum muss sich dein Ausbildungsbetrieb kümmern. Deine Ausbilder werden dir die entsprechenden Aufgaben zuweisen und dafür Sorge tragen, dass du auch genügend Zeit zum Lernen und für die Prüfungsvorbereitung hast.

    Natürlich werden dir nicht alle Aufgaben gefallen. Aber: In einer Werkstatt ist es dir beispielsweise zuzumuten, dass du diese auch mal fegst. Und als angehende/r  Kaufmann/-frau für Büromanagement darfst du auch ruhig mal Kaffee kochen, kuvertieren und kopieren.

    Merkst du jedoch, dass dein Ausbildungsziel nicht erreicht wird oder beispielsweise das Saubermachen von Maschinen mit körperlicher Gefahr einhergeht, so ist dies ein Verstoß gegen den Ausbildungsvertrag und dann darfst du diese Arbeit auch verweigern oder zumindest hinterfragen. Sprich auch ruhig mal mit anderen Azubis, wie die das handhaben.

    Rechtliche Handhabe

    Wenn du allerdings permanent Überstunden schieben musst, das Gehalt nicht (pünktlich) gezahlt wird oder es gar zu anderen Verstößen (z.B. Beleidigungen, Übergriffen oder ähnliches) kommt, hast du, wenn Gespräche mit deinen Ausbildern oder dem Personalrat/der Jugend- und Auszubildendenvertretung nichts bringen, die Möglichkeit, dagegen vorzugehen.

    Du kannst dich in diesem Fall an die Ausbildungsberatung der Industrie- und Handelskammern (IHK) wenden. Sie geben viele Tipps und Hilfestellungen und entwickeln ganz individuelle Lösungen. Wenn du damit einverstanden bist – und nur dann - suchen sie auch das Gespräch mit deinem Ausbildungsbetrieb. Wenn dann immer noch keine Lösung in Sicht ist, gibt es noch das Schlichtungsangebot der IHK.