Laub, Laub und noch mehr Laub

Das meine Ausbildung vielseitig sein kann, ist ja nichts Neues, insbesondere was die verschiedenen Arten von LKWs angeht, doch ein Einsatz auf einem Trilo bringt mich noch vor Arbeitsbeginn ins Schwitzen. Was ich schon von Kollegen gehört habe, soll sich heute bewahrheiten. Enge und kleine Straßen, die wir anfahren werden, Passanten, bei denen unser Einsatz auf Unverständnis stößt und eine ganze Menge Arbeit.

  • Doch fangen wir von vorne an, mein Tag beginnt mit einer Einweisung auf das mir noch unbekannte Fahrzeug. Bedienung und Steuerung des Saugrohrs werden mir erklärt, worauf ich bei der Abfahrtskontrolle zu achten habe und wie ich den zweiten Motor einschalten kann.

    Ich werde die erste Tour außerhalb des Fahrzeuges verbringen, am Saugrohr. Mein Kollege erklärt mir, dass wenn ich die Bedienung des Saugrohrs raushabe, mir das Fahren bedeutend einfacher fallen wird, weil ich dann weiß, wie ich mich als Fahrer zu verhalten haben und gewisse Laubkörbe und riesige Laubhaufen anfahren kann. Er wird damit recht behalten.

    Während ich also draußen gigantische Laubhaufen mit Bochums größtem Sauger beseitige, versuche ich gleichzeitig mit einem Auge immer das Fahrzeug im Blick zu behalten. Schließlich lernt man auch durch das Zusehen.

    Nach zwei Tagen am Saugrohr bin nun ich dran; ich kontrolliere alles am Fahrzeug, wie man es mir erklärt hat, überprüfe die Bedienung und NOT-AUS, der besonders wichtig bei so einer Maschine ist. Auf geht’s, nach kurzer Rücksprache mit dem Vorarbeiter, wo wir anfangen sollen, weiß ich: meine erste Fahrt auf dem Trilo geht in die engsten Straßen Bochums.

    Angekommen im Revier ist Konzentration gefragt, links und rechts ist nicht viel Platz zu den parkenden Autos. Da das Fahrzeug durch den Aufbau auch etwas breiter ist, muss ich besonders vorsichtig in den Kurven sein.

    Eine lange Straße mit unzähligen Laubkörben liegt vor uns und schon nach wenigen Minuten ist eine lange Schlange an PKWs hinter mir. Im Rückspiegel kann ich sehen, dass sie immer ungeduldiger werden und kurz danach geht auch schon die erste Hupe. Für mich gibt es keine Chance hier in dieser Straße Platz zum vorbeifahren zu machen. Jetzt heißt es Ruhe bewahren, nicht nervös werden und nicht aus dem Konzept bringen lassen. Im Rückspiegel beobachte ich durchgehend meinen Arbeitskollegen, da darf ich nicht durch wütende Bürger und hupende Autos unachtsam werden.

    Dennoch kann ich schon nach dieser kurzen Einsatzzeit hinterm Lenkrad sagen, dass es mir bereits Spaß macht, auch wenn das Laub endlos scheint. Jede Straße, jeder noch so große Laubhaufen ist eine neue Herausforderung.

    Kein Tag gleicht dem anderen – für mich ein wichtiger Grund, warum ich diesen Job so sehr mag. Immer etwas Neues, man weiß nicht, was hinter der nächsten Kurve wieder auf einen wartet. Ich freue mich für heute auf den Feierabend, nach knappen 10 Stunden bin ich auch einfach nur noch müde, und froh, dass ich für heute den Zündschlüssel ziehen kann.

    Morgen ist einer neuer Tag, und ich freue mich auf drei weitere Wochen mit Bochums größtem Sauger.
    Bis dahin allzeit gute Fahrt, euer Tobi