Von Papa ist Schuld zur Blaulichteskorte!

Direkt bei der ersten Tour mit der Werksfeuerwehr zu tun bekommen und mit Blauchlicht eskortiert zu werden, das ist auch nicht ohne. Hier berichtet Rinaldo, wieso, weshalb, warum, und was sein Papa mit all dem zu tun hat!

  • Hey, ich bin Rinaldo, 20 Jahre alt und werde bei der Firma WTK Heinrich Stratmann GmbH zum Berufskraftfahrer ausgebildet.
    Der Hintergrund ist simpel: Papa fährt. Onkel fährt. Opa ist gefahren. Und jetzt fahre ich auch.
    Seit meinem dritten Lebensjahr gab es nie etwas Besseres als den Bock. Während andere Kinder freitags um 12 Uhr von ihren Geschwistern oder Eltern mit dem Golf oder der C-Klasse abgeholt wurden, kam mein Vater mit dem 40-Tonner um die Ecke und es hieß mal wieder 1200 Kilometer übers Wochenende nach England und zurück hinzulegen.
    17 Jahre später bin ich selbst der Fahrer und lege in der Woche 2500 Kilometer und mehr zurück.
    Oft kriege ich die Frage gestellt, warum ich mir gerade diesen Beruf ausgesucht habe. Auf Grund meiner bisherigen Laufbahn kann ich diese Fragerei auch gut nachvollziehen, denn wer entscheidet sich schon mit seinem grade frisch bestandenen Fachabitur die Berufskraftfahrerkariere hinzulegen?!
    Doch jeder, der mich sieht, wenn ich montags zur Arbeit fahre und freitags wiederkomme, der sieht den Grund. Man darf sich in einen Beruf nicht hineinzwängen, denn nur wer Spaß an seiner Arbeit hat, kann auch wirklich glücklich sein.

    Und am Glücklichsten bin ich genau dann wenn es mal wieder weiter weg geht.
    Wie bei meiner ersten Tour mit Übernachtung, auch wenn dabei nicht immer alles so läuft wie geplant, doch dazu später mehr… Nun ja, der Auftrag war eigentlich recht simpel: Im Ruhrgebiet laden für einen Kunden im Rhein-Neckar-Gebiet. Dort den Container tauschen und wieder zurück. Das Laden war angenehm und zügig. Die Fahrt war ebenso angenehm, keinerlei größeren Staus und auch keine Kontrollen. Beim Kunden angekommen und vollkommen motiviert, es noch bis nach Frankfurt zu schaffen, stieg ich aus und wollte mich anmelden. Die Einweiser merkten jedoch schnell, dass mein Container tropfte, was eigentlich nicht weiter schlimm ist, da die Isolierung stets tropft, von dem Wasser, mit dem der Container nach der Beladung oberflächig gereinigt wird. Nach dem Gespräch mit dem zuständigen Vorarbeiter merkte ich jedoch schnell, dass dieser mir meine Geschichte von dem Wasser aus der Isolierung nicht abkaufte und stattdessen lieber den Teufel an die Wand malte.
    Das Resultat: Werksfeuerwehr… Nach dem sich diese dann 1,5 Stunden lang ratlos vor den Container stellte, hieß es direkt Abladen und ich durfte mit Blaulichteskorte an die Verladestelle fahren und wurde dort abgepumpt. Leider dauerte das Abtanken nicht wie das Containertauschen ca. 30 bis 40 Minuten, sondern vier bis fünf Stunden, und somit hieß es dann Feierabend für heute und nichts mehr mit Frankfurt!
    Doch auch solche Ereignisse gehören dazu und sorgen dafür, dass mein Job nun mal nie so ganz alltäglich sein wird und ich nie zu 100% weiß, was morgen kommt. Vielseitigkeit mal anders.