René

Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft im 3. Ausbildungsjahr

Der Unterricht zur Fachkraft

Kein Englisch oder oder eine andere Fremdsprache, dafür ganz viel Technik in unterschiedlichsten Bereichen - René klärt auf, was die Berufsschule bei einer Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft bereit hält!

  • Im heutigen Eintrag erzähle ich euch genaueres über den Schulverlauf meiner Ausbildung zur Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft.

    Im Kreis von NRW besucht man während der Ausbildungszeit die Berufsschule Hans-Schwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen. Dort wird in Form von Blockschulzeiten unterrichtet. Dabei dauert jeder Block zwischen 3-4 Wochen. 

    Bei meiner Ausbildung kommen natürlich Fragen auf wie:
    1. Was wird eigentlich unterrichtet?
    2. Wo liegt der Schwerpunkt/Hauptfächer?
    3. Wie wird unterrichtet?

    Unter den Fächern befinden sich, wie ich schon mal erwähnte, eine Menge Chemie und Biologie. Darin liegt  auch der Schwerpunkt der Ausbildung. Anders als noch in der Realschule oder im Gymnasium, heißen diese Fächer an der Berufsschule „Analysetechnik“ (AT) und „Umwelttechnik“ (UT). In diesen Fächern werden chemische und biologische Kenntnisse übermittelt, um diese in unseren Beruf hineinfließen zu lassen. Während man im Ausbildungsbetrieb den korrekten Umgang mit gefährlichen Stoffen erlernt, bekommt man in der Schule andere Methoden beigebracht, um diese zu erkennen, herauszufinden welche Eigenschaften welche Stoffe haben und  sogar die Neutralisierung von Gefahrenstoffen. Da wäre zum Beispiel die Neutralisierung von einer Lauge, wodurch man gleichzeitig die Konzentration, also die Stärke der Lauge, berechnen kann. Klingt wie eine große Wissenschaft? Ist es aber nicht! Dafür hat man die passenden Formeln in seiner Formelsammlung stehen, die man übrigens NICHT auswendig lernen muss. Bei UT weicht ab dem 2. Lehrjahr die Chemie sowie Biologie ein wenig ab und man bekommt mehr mit Berechnungen von Fahrzeugtouren, Gesetze und Fahrzeugbescheinigungen und Begleitscheinen zu tun. 

    Auch wenn das sehr viel klingt, ist es sehr gut lernbar. Weitere Fächer sind unter anderem auch:

    -WBL (Wirtschafts-Betriebslehre), welche wirtschaftliche Aspekte und Pflichten unterrichtet
    -MGT (Maschinengerätetechnik) wo man die Funktionen von Pumpen unter anderem erlernt
    -Religion
    -Sport
    -Deutsch
    -Computertechnik (Microsoft) 
    -Politik

    Und was vielleicht wichtig für einige Leute unter euch ist, denen Fremdsprachen nicht so gefallen:
    Ihr habt weder Englisch noch eine andere Fremdsprache. Ziemlich cool, was?

    Sollten Schüler jedoch Probleme in den Fächern bekommen, haben sie sogar die Möglichkeit dienstags, nach der Schule, zur dortigen Nachhilfe zu gehen. Dort kann egal welches Thema mit einem Lehrer besprochen werden kann. 

    Wie wird unterrichtet?
    Jede Unterrichtsstunde dauert 90 Minuten und wird ganz normal wie in jeder anderen Schule unterrichtet. Es gibt keine Laptopklassen, wo alles Hightech ist. In AT werden sehr oft Versuche gemacht. Um die Sicherheit bei den Versuchen zu gewährleisten, bekommt jeder Schüler vor dem Versuch eine schriftliche Anweisung, sowie einmal im Jahr eine rechtlich relevante Unterweisung, damit jeder im Notfall weiß, was zu tun ist. Unter den Versuchen kommen viele Sachen mal vor. Zum Beispiel eine Titration, welche zur Berechnung eines Konzentrationswertes einer Lauge wichtig ist. Oder aber auch eine mikroskopische Ansicht eines Metalls, welches sich unter Säure zersetzt.

    Außerbetriebliche Schulungen
    Während der Ausbildung ist man häufig noch bei außerbetrieblichen Ausbildungsstellen eingesetzt. Der USB Bochum schickt mich zum Beispiel oft nach Essen zum Umweltkontor. Dort hab ich im ersten Lehrjahr einen Vorbereitungskurs für die Berufsschule gehabt und nach den ersten Blöcken zusätzliche Kurse zur Vorbereitung auf die Zwischenprüfung und Laborarbeiten in der Schule bekommen. Man muss sich diese Kurse wie richtigen Unterricht vorstellen. Nur halt mit sehr viel besserem Essen, als das was man an der Berufsschule bekommt. Vor zwei Wochen hatte ich einen 2-wöchigen Kurs dort gehabt. Er ging diesmal aber über die TRGS 520, wichtige Kreislaufwirtschaftsgesetze, welche für Deponien, sowie für Abfallannahmestellen, eine Rolle spielen und die richtige Kontrolle von Fahrzeugen, bevor sie in Betrieb genommen werden. Beispielsweise von Radladern, Baggern, oder wie hier auf dem Bild von Gabelstaplern.