Katarina D.

Duales Studium Betriebswirtschaftslehre (BWL) Handel im 2. Ausbildungsjahr

Auf in ein unbekanntes Land

Hallo ihr Lieben,
mein Name ist Katarina und ich stamme aus einem weit entfernten Land. Dort, wo das Meer im Schatten von Bergen liegt und man in einem Tag schwimmen und Ski fahren kann. Dort liegt meine Heimat. Montenegro. Heute fühlt es sich an, als liege es viele Jahre zurück. In Wirklichkeit sind es aber nur zwei Jahre. Lass mich dich durch die Geschichte einer jungen Frau Namens Katja führen, ein Reise von einer kleinen Stadt in Bergen bis zur Metropole Karlsruhe.

  • Sie kommt zurück von ihrer Abi-Feier. Schläft den Rest der Nacht und wurde von ihrem Handy geweckt. In den Ohren hatte sie immer noch einen leichten Tinnitus von der lauten Musik. Sie stand auf, um den Grund ihres unsanften Erwachens zu ergründen. Als sie ihr Handy entsperren wollte, war es gerade dabei sich abzuschalten, da der letzte Rest vom Akku durch das Piepen der Nachricht aufgebraucht hatte. Genervt hängte sie das Handy an seine Ladestation und ging ins Badezimmer, um sich die Zähne zu putzen. Noch mit der Zahnbürste ging sie zurück in ihr Zimmer. Die Neugier war zu groß. Ohne dem Handy auch nur zwei Minuten Ladepause zu gönnen, startete sie es, während sie am Fenster stand, an dem sich die einzige Steckdose befand. Das Handy war hochgefahren und es blinkte das Lämpchen, welches eine eingegangene Nachricht signalisiert. Ohne irgendeine Ahnung macht sie die Nachricht auf. Ihre Welt steht Kopf.

    Ihre Mutter sah die Nachricht, und auch ohne die Sprache zu können wusste sie genau, um was es ging. Ihr Gefühle waren Angst, Glück,  Stolz und wieder Angst zur gleichen Zeit:  Ihr kleines großes Mädchen hatte es geschafft, sie hatte einen Studienplatz in Deutschland bekommen.

    Die nächste paar Monate gingen schnell vorbei. Vorbereitungen, Bewerbungen, Packen, Verabschieden. Mit dem Wissen nur eine Person in Deutschland zu kennen, stieg sie ins Flugzeug.

    Was dann geschah, ist ein volles Jahr von Abenteuer, Misserfolg, Erfolg, Trauer und Glück. Da sie nicht mit einer Chance gerechnet hatte, in Deutschland studieren zu dürfen, hatte sie sich für ein Stipendium für Elektrotechnik beworben. Dieser Studiengang bietet seinen Absolventen eine der wenigen Chancen, in einem von Korruption und ungleichen Zukunftschancen gebeutelten Montenegro, beruflich erfolgreich zu werden.

    Elektrotechnik an einer der renommiertesten Universitäten weltweit. Das in ihrer dritten Fremdsprache. Es war eine sehr harte Zeit. Eine Zeit, an dessen Ende kein Ruhm und keine Dekorationen auf sie warteten. Jedoch die bis dahin lehrreichste Erfahrung ihres Lebens. Mit der Einsicht, dass das Studienfach ihr keinen Spaß machte und der Erkenntnis, dass Deutschland für ehrgeizige junge Menschen einiges zu bieten hatte, orientierte sie sich um. Durch ihren Nebenjob an der DHBW Karlsruhe hatte sie einen optimalen Einblick in die Möglichkeit des Dualen Studiums und war begeistert. Ebenso begeistert war sie von den betriebswirtschaftlichen Studienfächern, für die sie sich schon lange interessierte.

    Für die Bewerbung war es eigentlich schon viel zu spät. Die meisten Unternehmen waren bereits besetzt. Dennoch gab sie nicht auf und fand ein Unternehmen, bei dem durch Glück eine sehr begehrte Stelle frei wurde. Sie setzte sich gegen zahlreiche Bewerber durch und beanspruchte den Platz dadurch für sich. Sie war nun und ist es bis heute eine Mitarbeiterin der MTS Gruppe. Sie hat vor, dort Karriere zu machen.

    Mehr über meine Abenteuern in meinen Praxis- und Theorie-Phasen in meinem nächsten Blog. Bis dahin:
    Lebe lang und in Frieden!