Jessica

Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung im 3. Ausbildungsjahr

Spannende Einblicke in die Produktionssicherung

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich diesmal aus der Abteilung Produktionssicherung. Der Begriff ist für Außenstehende vermutlich verwirrend, schließlich produziert eine Spedition ja keine Güter. Tatsächlich ist es aber unser „Produkt“, Güter pünktlich und mängelfrei abzuliefern.

  • In der Produktionssicherung dreht sich alles um die Zustellung von Sendungen. Zum Verständnis ein Beispiel:

    Ein Produzent aus Bremen hat einen Baumarkt in Mannheim zum Kunden. Der Produzent beauftragt unsere Niederlassung Bremen mit der Abwicklung des Transports nach Mannheim. Die Niederlassung Bremen holt die Ware ab, schlägt sie um und verlädt sie auf die Relationsverladung Bremen-Worms. Bremen ist also der Versandspediteur, Worms der Empfangsspediteur. Worms hat den Auftrag, die Waren beim Baumarkt  in Mannheim zuzustellen. Treten bei der Zustellung irgendwelche Probleme auf, betrifft dies den Aufgabenbereich der Produktionssicherung.

    Probleme in der Zustellung sind vor allem Annahmeverweigerungen durch den Empfänger. Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Manchmal ist der Empfänger verzogen und der Versender hat noch die alte Adresse, manchmal nimmt ein Empfänger die Ware nur unter Angabe eines Ansprechpartners an und manchmal nimmt ein Empfänger gerade keine Ware an, weil sein Lagerraum bereits völlig ausgereizt ist. Die Produktionssicherung nimmt Kontakt mit dem Kundenservice der Versandspedition auf, welche wiederum den Versender, also ihren Kunden, kontaktiert. Nach Absprache gibt der Kundenservice uns dann je nach Verweigerungsgrund fehlende Informationen oder Dokumente, meldet uns Adressänderungen oder ob der Versender die Ware vielleicht sogar wieder zurück möchte.  Je nach Anweisung, bearbeitet die Produktionssicherung schließlich die Sendung, lässt sie entweder erneut zustellen oder retournieren. Für Retouren muss der Auftrag neu erfasst werden und anschließend ein neues Label an die Ware angebracht werden. Außerdem fallen viele Kontrollarbeiten an, damit immer im Blick bleibt, welche Sendungen aus welchem Grund nicht in Zustellung gehen und wie das geändert werden kann.

    Diese Abteilung war eine der lehrreichsten und vielseitigsten bisher. Um die Sendungen zu prüfen und die Anweisungen auszuführen, war ich täglich auf der Halle. Mehr als einmal war ich auf die Mithilfe der Kollegen im Lager angewiesen, um mich zurecht zu finden. Es herrscht immer viel Zeitdruck. Dadurch, dass wir ein Umschlagslager sind, ist es wichtig die Güter effizient und mit möglichst kurzem Aufenthalt im Lager zuzustellen, um Platz zu schaffen. Die Mischung aus Hallengängen, Kontakt mit den Versandspediteuren, Kontrollarbeiten, Auftragserfassung und Vorroutung hat mir viel Einblick in die einzelnen Abläufe, vor allem zwischen den Niederlassungen untereinander, gegeben. Ich habe wahnsinnig viel Respekt vor den Kollegen in dieser Abteilung. Nicht nur, dass einem auch hier des Öfteren die Ausnahme von der Ausnahme begegnet und die Damen immer alles auf dem Schirm zu haben scheinen. Nein, auch noch einem Azubi dabei das Zepter zu überlassen und ihm die Chance zu geben, eigene Fehler zu machen, finde ich bemerkenswert.