Produkttest - Teil 1: Die Theorie

Die Abteilung Marketing bei Rhodius Schleifwerkzeuge habe ich erfolgreich hinter mich gebracht. Anschließend war ich für einen Monat Teil des Produktmanagements. Dort durfte ich einen Produkttest begleiten und beim Schleifen aktiv mitwirken (s. Bild). Von diesem Test soll auch der heutige Beitrag handeln. Da ich euch aber den ganzen Vorgang so genau schildern möchte, wie es für mich möglich ist, habe ich mich dazu entschieden, diesen Beitrag in zwei Teile zu gliedern, denn zum Verständnis benötigt man ein paar Hintergrundinformationen. Hier erst mal ein bisschen Theorie.

  • Hallo ihr Lieben,

    Aufgabe eines Produktmanagers ist es, seine ihm zugeteilte Produktgruppe über die gesamte Lebensdauer hinweg zu „begleiten“. Das bedeutet, er muss genau beobachten, wie sich die Produkte auf dem Markt entwickeln (=Marktanalyse) und bei Schwachstellen entgegenwirken. Sie werden also entweder aus dem Sortiment gestrichen (z.B., wenn sie nur mit Verlust verbunden sind) oder optimiert und somit am Leben gehalten. Dazu sammelt ein Produktmanager u.a. Informationen über gleichartige Produkte von Wettbewerbern und vergleicht diese mit den eigenen.

    Das ist etwas, was auch bei Rhodius geschieht. Da Rhodius Schleifscheiben produziert, müssen wir logischerweise unsere Scheiben (Endprodukte) mit denen unserer größten Wettbewerber vergleichen, damit wir wissen, wie  unsere Produkte auf dem Markt ankommen, ob wir besser oder schlechter gestellt sind, und wie wir unsere Scheiben bei Schlechterstellung verbessern können. 

    Für den Produkttest haben wir (1 Produktmanager, 1 Anwendungstechniker und ich) uns von einem Wettbewerber drei unterschiedliche Lamellenscheiben zusenden lassen. Diese und zwei unserer eigenen Scheiben haben wir dann anhand einer Stahlplatte getestet.

    Die Scheiben werden aus Korund hergestellt. Dabei handelt es sich, vereinfacht gesagt, um Kristalle (s. Bild), die wegen ihrer Härte in der Werkzeugbranche als Schleifmittel verwendet werden können. Sie werden sozusagen zu ganz kleinen Körnern gemahlen. Die einzelnen Scheiben werden aus unterschiedlichen Arten von Korund mit unterschiedlichen Korngrößen hergestellt. Die Kornzahl, die auch auf der Scheibe ausgewiesen wird, gibt an, wie fein oder grob das Korn ist. Je größer diese Zahl, desto kleiner sind die einzelnen Körner, desto feiner ist die gesamte Körnung und umso glatter wird die geschliffene Oberfläche am Ende sein. Umgekehrt: Je kleiner die Kornzahl, desto grober die Körnung und so auch die geschliffene Oberfläche.

    So viel zur Theorie :-) In meinem nächsten Beitrag geht es weiter mit der Praxis.
    Viel Spaß!