FAQ – Corona

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FAQ – Corona – Für Schüler/innen

  • Welche Folgen hat Corona für Schüler / Abiturienten?

    Praktikumsplätze zur Berufsorientierung sind in besonders vom Lockdown betroffenen Berufen schwerer zu finden und durchzuführen. Ausbildungsmessen und Berufsorientierungsangebote finden derzeit häufig digital statt.

  • Welche Chancen hat Corona für Schüler / Abiturienten?

    Die aktuelle Lage kann eine große Chance für zeitgemäße Bildung werden, damit die modernen Möglichkeiten der digitalen Medien und onlinegestütztem Lernen mehr eingesetzt und genutzt werden.

  • Was bedeutet Corona für den Bewerbungs­prozess?

    Einige Unternehmen verschieben die Suche nach Auszubildenden zeitlich. Damit erhöhen sich die Chancen für euch, wenn ihr mit eurer Bewerbung schon etwas spät dran seid. Auch der Bewerbungsprozess selbst kann digitaler werden – zum Beispiel durch digitale Vorstellungsgespräche.

  • Welche Auswirkungen hat Corona auf bestimmte Ausbildungs­berufe?

    Veranstaltungsbranche, Hotellerie und Gastronomie oder der Einzelhandel – vielen Unternehmen geht es wegen Corona schlechter, und sie können daher für 2021 voraussichtlich weniger Ausbildungsplätze anbieten. Andere Berufe sind zum Teil gar nicht betroffen oder haben sogar Wachstum zu verzeichnen, wie zum Beispiel technische Berufe, die Lebensmittelbranche, Berufe in der Speditions- und Logistikbranche oder Bauzeichner und viele mehr.

  • Was bedeutet Corona für Ausbildungs­unternehmen?

    Das Coronavirus stellt Betriebe auch beim Thema Ausbildung vor Herausforderungen. Um Azubis zu finden, nutzen viele Betriebe die digitalen Lösungen wie digitale Ausbildungsmessen oder virtuelle Vorstellungsgespräche.

  • Welche Auswirkungen hat Corona auf Praktika?

    Praktika sind unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln eingegrenzt möglich. Über die IHK-Lehrstellenbörse und viele weitere Portale oder direkt auf den Unternehmensseiten findest du die Unternehmen, die auch aktuell Praktika anbieten und unter welchen Maßnahmen dies möglich ist.

  • Vorstellungs­gespräch während Corona?

    1. Das digitale Gespräch

    Vorstellungsgespräche können per Telefon oder Video erfolgen. Wie bei einem Vor-Ort-Gespräch solltest du dich über das Unternehmen ausführlich informieren, dich auf eventuelle Fragen vorbereiten und eigene Fragen formulieren.

    Wichtig zur Vorbereitung für ein digitales Vorstellungsgespräch:

    • Equipment prüfen, was wird benötigt (Smartphone, Tablet, PC, Laptop, Software, Kamera, Mikrofon)?
    • Kamera: Die Bildqualität sollte scharf und kontrastreich sein. Die Kamera sollte auf „Augenhöhe“ platziert werden. Der Gesprächspartner sollte besser nicht auf dich aufschauen oder hinabblicken müssen. Die Kamera (auch beim Smartphone) sollte fest platziert werden, damit das Bild nicht wackelt.
    • Ton: Noch wichtiger als das Bild ist der Ton. Der Gesprächspartner sollte dich optimal hören können und du die Fragen natürlich auch. Eine einwandfreie Akustik schafft eine angenehme Atmosphäre.
    • Beleuchtung: Das Licht sollte von vorne und etwas von unten kommen. Verwende als Lichtquelle diffuses oder indirektes Licht, jedoch keine direkten Strahler. Diese Art der Beleuchtung schmeichelt dem eigenen Videoauftritt
    • Umgebung: Ein aufgeräumter Raum, der gut ausgeleuchtet ist und einen neutralen Hintergrund hat, ist optimal. Natürlich kannst du auch einen neutralen virtuellen Hintergrund für das Gespräch einstellen.
    • Notwendige Unterlagen (digital oder ausgedruckt) zurechtlegen
    • Notfallplan, wenn die Technik streikt. Lege dir auf jeden Fall die Telefonnummer des Ansprechpartners zurecht, damit du dich melden kannst, wenn etwas nicht funktioniert.
    • Testlauf: Vor dem Vorstellungsgespräch solltest du mit deiner Familie oder Freunden einen virtuellen Testlauf starten.


    2. Das Vor-Ort-Gespräch

    Bei einem Vorstellungsgespräch mit physischem Kontakt müssen die Hygieneregeln eingehalten werden.

    • Verzicht auf den Handschlag, besser winken
    • Ausreichend Distanz im Gespräch halten
    • Tragen eines Mundschutzes
    • Vor dem Gespräch telefonisch bei dem Unternehmen nach weiteren Regeln fragen / informieren
    • Trage angemessene Kleidung
    • Prüfe vor dem Gespräch die Anreisemöglichkeit (Parkmöglichkeit)

FAQ – Corona – Für Azubis

  • Ist Homeoffice für Azubis möglich?

    Grundsätzlich sollten Azubis nicht im Homeoffice arbeiten. Aus § 14 Absatz 1 Nummer 2 Berufsbildungsgesetz (BBiG) ergibt sich, dass der Ausbildende den Auszubildenden selbst auszubilden hat oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit zu beauftragen hat. Diese Person muss überwiegend in der Ausbildungsstätte anwesend sein, damit er den Auszubildenden ordnungsgemäß anleiten und seine Arbeitsergebnisse kontrollieren kann. Dies ist in der Regel jedoch dann nicht möglich, wenn der Auszubildende im Homeoffice arbeitet.
    Aufgrund der derzeitigen Umstände ist es jedoch vertretbar, ausnahmsweise Homeoffice auch für Auszubildende zuzulassen, wenn sie dies betrieblich ermöglichen können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Ausbilder regelmäßig in Kontakt mit den Auszubildenden steht. Homeoffice oder mobiles Arbeiten ohne Anwesenheit einer Ausbilderin oder eines Ausbilders ist grundsätzlich keine Dauerlösung. Das mobile Arbeiten sollte auch nur für das Vertiefen von bereits erworbenen Ausbildungsinhalten angewendet werden und muss durch Ausbilder/-innen oder Ausbildungsbeauftragte kontrolliert werden. Der Ausbildungsnachweis muss weiterhin geführt werden.

  • Werden Azubis in den Urlaub geschickt?

    Azubis können nicht pauschal in “Zwangsurlaub” geschickt werden. Urlaub muss der Auszubildende beantragen und er kann in der Regel nicht gegen dessen Willen einfach angeordnet werden. Ähnliches gilt für den Abbau von Überstunden. Der Auszubildende selbst oder auch der Betriebsrat können eine Vereinbarung mit der Unternehmensleitung treffen. Hier zählt der Einzelfall.

    Betriebsurlaub kann vom Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts grundsätzlich angeordnet werden. Allerdings nicht nur für Auszubildende. Es muss sich dann um eine generelle Regelung für den gesamten Ausbildungsbetrieb oder zumindest für organisatorisch klar abgegrenzte Betriebsteile handeln, auf die sich die betriebliche Sondersituation auswirkt.

  • Dürfen Azubis freigestellt werden?

    Eine Freistellung von der Ausbildung verstößt immer – ob bezahlt oder unbezahlt – gegen die Verpflichtung Ausbildender zur Vermittlung der beruflichen Handlungsfähigkeit (§ 14 Absatz 1 Nr. 1 BBiG). Sie ist deshalb nur in den gesetzlich ausdrücklich vorgesehenen Fällen möglich. Diese sind auf die Berufsschule bzw. die Teilnahme an Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte und die Teilnahme an Prüfungen beschränkt. Eine schlechte Auftragslage oder gar ein behördliches Verbot, die Ausbildungsstätte weiter zu betreiben, gehören nicht zu diesen Fällen. Grund ist, dass Auszubildende nach dem Ausbildungsvertrag nicht ihre Arbeitskraft schulden, sondern ihre Bereitschaft, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erlernen.

  • Kurzarbeit für Azubis?

    Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten

    • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
    • Versetzung in eine andere Abteilung
    • Einsatz in einer anderen Abteilung / Unternehmensbereichen
    • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
    • Online-Schulungen

    Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.

    Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.

  • Kann der Ausbildungsbetrieb mich wegen der aktuellen Lage kündigen?

    Wegbrechende Aufträge oder behördliche Betriebsschließungen können einem Betrieb finanzielle Probleme bringen. Das ist aber grundsätzlich kein Grund für die Kündigung eines Berufsausbildungsverhältnisses. Dies ergibt sich aus den besonderen Hauptleistungspflichten eines Berufsausbildungsverhältnisses. Ausbilder müssen dafür sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit in einem bestimmten Ausbildungsberuf vermittelt wird (§ 14 Abs. 1 Nr. 1 BBiG).

    Erst wenn aufgrund der wirtschaftlichen Schwierigkeiten eines Ausbildungsbetriebes kein Ausbildungspersonal mehr vorhanden ist, in der Ausbildungsstätte die berufliche Handlungsfähigkeit nicht mehr vermittelt werden kann bzw. diese endgültig geschlossen wird oder dem Auszubildenden die Ausbildungsvergütung nicht mehr gezahlt werden kann, kann dies ein Grund sein, das Ausbildungsverhältnis zu kündigen (§ 22 Abs. 2 Nr. 1 BBiG).

  • Muss ich in den Ausbildungsbetrieb, wenn die Berufsschule ausfällt?

    Wenn der Unterricht ausfällt, müssen Azubis in den Betrieb. Gemäß § 15 Berufsbildungsgesetz (BBiG) muss ein Ausbildungsbetrieb Azubis nur freistellen, wenn der Unterricht tatsächlich stattfindet.
    Während der Corona-Pandemie bieten viele Berufsschulen Online-Kurse an. Auch das ist Berufsschulunterricht, für den Azubis vom Ausbildungsbetrieb freistellen werden müssen.

  • Gibt es von Seiten der IHK digitale Lernangebote für Azubis und Ausbilder?

    Die DIHK-Bildungs-GmbH stellt Angebote zum digitalen Lernen für Auszubildende und Ausbilder bereit. Informationen zu „Digitales Lernen für Azubis und Ausbilder“(PDF).

  • Ist es möglich, dass ich nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werde, weil ich wegen Corona viele Fehlzeiten habe?

    Grundsätzlich kann es sein, dass ein Auszubildender wegen zu hoher Fehlzeiten nicht zur Abschlussprüfung zugelassen wird. Im § 43 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) wird festgelegt, dass zur Prüfung zuzulassen ist, wer aktiv an der Ausbildung teilgenommen hat.

    Bei der Anmeldung zur Abschlussprüfung teilt uns der Ausbildungsbetrieb alle Fehlzeiten mit. Danach wird im Rahmen einer Einzelfallprüfung durch uns bzw. den Prüfungsausschuss über die Zulassung entschieden.

  • Corona-Fall im Ausbildungsbetrieb, was passiert?

    Der Arbeitgeber muss darüber informieren, aber dabei sind auch die Persönlichkeitsrechte des Betroffenen zu schützen. Das zuständige Gesundheitsamt wird über eine Quarantäne der Kontaktpersonen entscheiden. Sollte eine Quarantäne tatsächlich notwendig werden, wird die Ausbildungsvergütung durch den Ausbildungsbetrieb in jedem Fall weiterbezahlt.

  • Ich stehe unter Corona-Quarantäne (Verdacht oder bestätigte Erkrankung). Bekomme ich weiterhin meine Ausbildungs­vergütung?

    Bei einem Verdacht oder einer bestätigten Erkrankung müssen Auszubildende der Arbeit fernbleiben, um keine weiteren Personen anzustecken.

    Bei einer häuslichen Quarantäne aufgrund einer Reiserückkehr aus einem Risikogebiet besteht kein Anspruch auf eine Fortzahlung der Ausbildungsvergütung.

    Auszubildende haben grundsätzlich sechs Wochen lang Anspruch auf ihre volle Vergütung. Der Arbeitgeber kann sich diese Zahlung per Antrag erstatten lassen. Anschließend bekommen Azubis Krankengeld von der Krankenkasse bzw. haben sie dann Anspruch auf Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz.

    Voraussetzung dafür ist eine ordnungsgemäße Krankschreibung bzw. eine entsprechende Anordnung der zuständigen Behörde.

  • Muss ich dem Arbeitgeber erzählen, dass mir das Gesundheitsamt häusliche Quarantäne anordnet?

    Ja, du musst deinen Arbeitgeber umgehend informieren und ihm die Anordnung der Gesundheitsbehörde vorlegen. 

  • Was ist, wenn das Gesundheitsamt den Ausbildungsbetrieb unter Quarantäne gestellt hat und er deshalb geschlossen ist?

    Nach (§ 19 Berufsbildungsgesetz – BBiG) erhalten Azubis ihre Ausbildungsvergütung für sechs Wochen weiter.

  • Wie muss mein Ausbildungsbetrieb vorsorgen, um mich vor Corona zu schützen?

    Der Arbeitgeber muss dafür sorgen, dass Risiken im Betrieb so gering wie möglich bleiben. Daher muss auch auf der Arbeit das Abstandsgebot eingehalten werden. Wo das nicht möglich ist, muss der ausbildende Betrieb Mund-Nase-Bedeckungen oder weitere persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Je nach Art des Betriebes – etwa mit viel Kundenkontakt – kann eine konkrete Verpflichtung vorliegen, zum Beispiel Desinfektionsmittel bereitzustellen.